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Itzehoe - meine neue Heimat
Itzehoe ist eine Mittelstadt im Südwesten Schleswig-Holsteins. Sie ist die Kreisstadt des Kreises Steinburg.
Geschichte:
Um ca. 1000 n. Chr. entstand in einer Störschleife eine Wallburg, die sich durch die Verleihung des Stadtrechts (1238) und später des Stapelrechts (1260) zu einer Kaufmannsstadt entwickelte. Auf der anderen Flussseite entstanden weitere Ansiedlungen um den Klosterhof (ca. 1260) und um die Laurentii-Kirche (erste Erwähnung 1196).
Innenstadtidylle in Itzehoe: Adeliges Kloster mit dem Klosterhof
Im Jahr 1657 wurde Itzehoe von schwedischen Soldaten im zweiten schwedisch-polnischen Krieg (1655–1660) fast völlig zerstört. Aus diesem Grund ist der Kreuzgang der Laurentii-Kirche das einzige bis heute erhaltene mittelalterliche Gebäude Itzehoes.
1712 brach in Itzehoe die asiatische Beulenpest, aus Ostpreußen und Polen eingeschleppt, aus und tötete 250 Einwohner (etwa sieben % der damaligen Einwohnerzahl von 3.500).
Im 19. und 20. Jahrhundert siedelten sich viele Gewerbe- und Industriebetriebe in und um Itzehoe an, die der Stadt wieder zu größerer Bedeutung verhalfen. Zwischen 1835–1848 und 1852–1863 tagte in Itzehoe die holsteinische Ständeversammlung.
Während des 1. Weltkriegs litt Itzehoe genau wie viele deutsche Städte unter der Hungersnot, viele Bürger der Stadt kamen nicht von den Schlachtfeldern Europas wieder, und die Einwohnerzahl sank stark.
Am 31. Oktober 1941 fielen fünf Bomben am Brunnensteig und auf ein Haus im Sandberg, wobei ein Bürger in dem Haus getötet und zwei weitere Menschen verletzt wurden. Im April 1945 brannte der 10000-cbm-Gasbehälter des Gaswerkes in der Gasstraße, nachdem er von englischen Fliegern bombardiert wurde, aus. Am 2. Mai 1945 traf ein für den Bahnhof bestimmter Bombenteppich den Südwesten von Sude um eine Mühlenbaufirma, tötete insgesamt 22 Menschen und richtete großen Sachschaden an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Itzehoe, bedingt durch Heimatvertriebene aus Ostpreußen und Pommern, eine Verdoppelung der Einwohnerzahl und eine damit verbundene Wohnungsnot.
In Itzehoe wurde 1946 auf Mitinitiative von Gyula Trebitsch das erste Mahnmal gegen den Krieg in Norddeutschland errichtet, Fritz Höger übernahm das Design.
In den 1960er Jahren entstanden in verschiedenen Stadtteilen von Itzehoe die ersten Hochhäuser. Zwei von diesen „Türmen“ stehen direkt im Stadtzentrum. Inmitten dieser beiden Hochhäuser steht das Holstein-Center. Es ist das größte Einkaufszentrum an der Westküste und bietet den zahlreichen Geschäften auf zwei Verkaufsebenen insgesamt über 14.000m² Ladenfläche. In unregelmäßigen Abständen finden dort auch verschiedene Veranstaltungen statt. 1997 wurde das 1972 eröffnete Gebäude komplett renoviert und erstrahlt seither in neuem Glanz. Der Haupteingang zum Holstein-Center befindet sich an der unmittelbar daran grenzenden Fußgängerzone, in der sich zahllose weitere Geschäfte befinden und zum Bummeln einladen.
In direkter Nähe hierzu befindet sich das neue Theater, in dem die verschiedensten Veranstaltungen besucht werden können. Es wurde 1992 eingeweiht und stieß bei der Bevölkerung anfangs nicht auf Begeisterung. Zu sehr hingen die Bewohner Itzehoes an dem beliebten alten Stadttheater, welches einen sehr eigenen, gemütlichen Charme versprühte. Bei einem tragischen Unglück brannte es jedoch 1994 bis auf die Grundmauern nieder. Mittlerweile haben sich die Itzehoer allerdings an das neue, ca. 750 Zuschauer fassende, hochmoderne Theater gewöhnt.
Ein weiteres Großfeuer blieb den Einwohnern lange im Gedächtnis. An den Bahnhof grenzend und nahezu im Herzen Itzehoes befand sich das Gelände einer Holzgroßhandlung, welche 1988 den Flammen zum Opfer fiel. Etwa 40.000m² wurden durch dieses Feuer vernichtet. Nur den günstigen Windverhältnissen an diesem Tag war es zu verdanken, dass das Feuer nicht auf die Gebäude der Innenstadt und des Bahnhofs übergriff. Fast einen ganzen Tag lang war die Itzehoer Feuerwehr mit den Löscharbeiten beschäftigt.
Bis zu ihrer Zuschüttung mit etwa 110.000m³ Sand im Jahre 1974 prägte die so genannte Störschleife das Itzehoer Stadtbild. Die Schleife war ein oval verlaufender Seitenkanal der Stör. Der Stadtteil im Inneren dieses Ovals, die Neustadt, konnte nur über die vier vorhandenen Brücken erreicht werden. Im Zuge einer Neustadtrenovierung, in welcher nahezu alle auf dieser „Insel“ befindlichen Häuser abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt wurden, und dem geplanten Neubau von größeren Durchfahrtsstraßen musste dieses idyllische Element der Stadt weichen. Ein künstlich angelegtes Rinnsal vor dem neuen Theater auf dem ehemals östlichen Kanalstück erinnert noch heute an den ursprünglichen Verlauf dieser Schleife. Auf dem ehemals westlichen Kanalstück verläuft heute die Konrad-Adenauer-Allee, eine der Hauptverkehrsstraßen Itzehoes.
Bis in die ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wirtschaft von Itzehoe durch seine Zementwerke und seinen Binnenhafen geprägt. Heute kennzeichnen Industrie-Ruinen dieses ehemalige Gebiet. Derzeit (2006) wird das Gelände saniert, danach sollen Wohn- und Gewerbegebiete dort entstehen. In den 1990er Jahren verlor die Stadt durch die Schließung des Bundeswehrstandortes einen weiteren wichtigen Arbeitgeber. Diese Entwicklung ist auch einer der Gründe für die Abnahme der Zahlen der Bevölkerung und des Überhangs an Wohnraum.
Heutige wirtschaftliche Struktur:
Seit einigen Jahren versucht die Stadt, sich als Einkaufszentrum seiner Region zu etablieren. Diese Strategie zeigt nur bedingt Erfolg, da es eine starke Konkurrenz zu den (Fach-)Märkten „auf der grünen Wiese“ gibt und Hamburg in nur ca. 50 Bahn-Min. zu erreichen ist. Auch das ansässige Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) und die Gesellschaft für Technologieförderung Itzehoe mbH (IZET Innovationszentrum Itzehoe) haben der Wirtschaft von Itzehoe nur beschränkt Bedeutung gegeben. Wirtschaftliche Bedeutung kann den ansässigen Gerichten und dem Finanzamt beigemessen werden, da sich dadurch Rechtsanwälte, Notare und Steuer-Prüfer und Berater niedergelassen haben. Des Weiteren sind die zahlreichen Alten- und Pflege-Heime zu wichtigen Arbeitgebern geworden. Zu den größten Arbeitgebern der Stadt gehören heute die Großdruckerei Prinovis Itzehoe der Medienkonzerne Arvato Bertelsmann, Gruner und Jahr und Axel Springer AG sowie die Pumpenfabrik Sterling SIHI. Auch das Klinikum Itzehoe ist mit momentan etwa 600 Betten einer der größten Arbeitgeber.
Infrastruktur:
Itzehoe ist durch die A 23 an das Bundesautobahnnetz angeschlossen. Allerdings ist das Teilstück von der Ausfahrt Itzehoe-Süd bis Itzehoe-Nord Bundesstraße. Diese wird seit Mai 2006 bis Mitte 2011 ausgebaut. Die B 5 verbindet Brunsbüttel und Wilster mit Itzehoe und die B 77 führt in Richtung Schleswig und Rendsburg. Außerdem schafft die B 206 Verbindungen Richtung Osten nach Hohenlockstedt, Kellinghusen, Bad Segeberg und Lübeck. Itzehoe liegt außerdem an der Bahnstrecke Hamburg–Westerland (Marschbahn), die bis Itzehoe elektrifiziert ist. Hier bedienen sowohl die private Bahngesellschaft Nord-Ostsee-Bahn als auch die Regionalbahn SH den Bahnhof. Auch InterCity-Züge halten in Itzehoe.
Itzehoe (spr. -ho), Stadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Steinburg, an der schiffbaren Stör und der Linie Elmshorn-Heide der Holsteinischen Marschbahn, hat 2 evang. Kirchen (darunter die Laurentiuskirche aus dem 12. Jahrh. mit trefflicher Orgel), ein Amtsgericht, ein Landratsamt (für den Kreis Steinburg), ein Hauptzollamt, ein Realprogymnasium, ein adliges Fräuleinstift (seit 1256), eine Eisengießerei und Maschinenfabrik, eine Zuckerraffinerie, Baumwollweberei, Netze-, Zichorien-, Seifen-, Zement- und Dachpappenfabrikation, Bierbrauerei, eine Schiffswerfte, Schiffahrt, Handel mit Vieh und Getreide und (1885) mit der Garnison (2. Husareneskadron Nr. 15) 10,772 Einw. - I., die älteste Stadt in Holstein, entstand 809 unter Karl d. Gr. durch den Grafen Egbert, der daselbst eine Burg, Esesfelth, gegen die Dänen und Wenden anlegte. Der schon zu Ende des 11. Jahrh. blühende Ort, welcher damals Echeho oder Etzehoe hieß, ward 1201 zerstört, 1224 jedoch wieder aufgebaut; die Neustadt erhielt 1238, die Altstadt 1303 das lübische Recht. 1644 und 1657 ward I. von den Schweden zerstört, aber jedesmal wiederhergestellt. Bis 1864 war es der Sitz der holsteinischen Ständeversammlung.
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