Die dritte Strophe des „Liedes der Deutschen" ist heute die Nationalhymne des wiedervereinigten Deutschland. Komponiert wurde das auch "Deutschlandlied" genannte Werk im Jahre 1797 von Joseph Haydn als Kaiserhymne („Gott erhalte Franz, den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz") für Kaiser Franz II. (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation). Der Text dazu wurde im Jahre 1841 auf der damals britischen Insel Helgoland von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben geschrieben. Über fünfzig Jahre nach der Französischen Revolution von 1789 drückte es u. a. die Sehnsucht der Menschen, die innerhalb und außerhalb des in unzählige große und kleine deutsche Teilstaaten zersplitterten Gebildes mit dem Namen Deutscher Bund lebten, nach nationaler Einheit, Freiheit und bürgerlichen Rechten aus.
Weitere Informationen zur deutschen Nationalhymne gibt es hier:
Die erste und die zweite Strophe des "Deutschlandliedes" sind heute nicht mehr zeitgemäß, da sie nicht (mehr) den geographischen und politischen Realitäten in Deutschland, Europa und der Welt entsprechen. Aus Dokumentationsgründen folgen hier dennoch der vollständige Text sowie die gesungene Version aller drei Strophen:
Das Deutschlandlied im Wortlaut:
1. Strophe: Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt, Wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. |: Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt! :|
2. Strophe: Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang Sollen in der Welt behalten ihren alten schönen Klang, Uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang. |: Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang! :|
3. Strophe: Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand; |: Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!:|
Der zweite deutsche Staat von 1949 bis 1990, die Deutsche Demokratische Republik (DDR), hatte mit „Deutschland, einig Vaterland" (auch: „Auferstanden aus Ruinen") eine sehr schöne Hymne, die aber wegen des gesamtdeutschen Anspruches im Text seit Anfang der 1970er Jahre nicht mehr gesungen werden durfte, sondern nur noch in der instrumentalen Version aufgeführt wurde. Der Text stammt von Johannes R. Becher, die Melodie hat Hanns Eisler komponiert.
1. Strophe: Auferstanden aus Ruinen Und der Zukunft zugewandt, Laß uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland. Alte Not gilt es zu zwingen, Und wir zwingen sie vereint, Denn es muß uns doch gelingen, Daß die Sonne schön wie nie Über Deutschland scheint.
2. Strophe: Glück und Frieden sei beschieden Deutschland, unserm Vaterland. Alle Welt sehnt sich nach Frieden, Reicht den Völkern eure Hand. Wenn wir brüderlich uns einen, Schlagen wir des Volkes Feind! Laßt das Licht des Friedens scheinen, Daß nie eine Mutter mehr Ihren Sohn beweint.
3. Strophe: Laßt uns pflügen, laßt uns bauen, Lernt und schafft wie nie zuvor, Und der eignen Kraft vertrauend, Steigt ein frei Geschlecht empor. Deutsche Jugend, bestes Streben, Unsres Volks in dir vereint, Wirst du Deutschlands neues Leben, Und die Sonne schön wie nie Über Deutschland scheint.
Aus dem Jahre 1949 stammt die von Bertolt Brecht geschriebene und von Hanns Eisler vertonte sogenannte Kinderhymne („Anmut sparet nicht noch Mühe") als Hymne für die damalige DDR bzw. als Nationalhymne für ganz Deutschland. Diese konnte sich aber weder damals in Ostdeutschland noch im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 durchsetzen.
Die Kinderhymne im Wortlaut:
Anmut sparet nicht noch Mühe Leidenschaft nicht noch Verstand Daß ein gutes Deutschland blühe Wie ein andres gutes Land.
Daß die Völker nicht erbleichen Wie vor einer Räuberin Sondern ihre Hände reichen Uns wie andern Völkern hin.
Und nicht über und nicht unter Andern Völkern wolln wir sein Von der See bis zu den Alpen Von der Oder bis zum Rhein.
Und weil wir dies Land verbessern Lieben und beschirmen wir's Und das liebste mag's uns scheinen So wie andern Völkern ihrs.
Der Text von "Heil Dir im Siegerkranz" ist im 21. Jahrhundert in weiten Teilen alles andere als zeitgemäß, da er weder der republikanischen, parlamentarisch-demokratischen und föderalen Ordnung in Deutschland noch den staatspolitischen Zielen Deutschlands entspricht. Aus dokumentarischen Gründen folgt hier dennoch die gesungene Version aller Strophen:
Bei den silberfarben dargestellten Begriffen handelt es sich um Verknüpfungen (sogenannte Links). Diese können durch einen Klick auf den jeweiligen Begriff aufgerufen werden. Es erscheinen dann die dazugehörigen Informationen - zumeist aus der Wikipedia.